Für mehr Offenheit - Warum dein Traum vielleicht doch nicht dein Traum ist.

Ich will das so nicht mehr. Ich hab keinen Bock. Ich mag meine Seite und den Blog und trotzdem finde ich einfach, etwas passt nicht. Ich glaube, ich habe so langsam herausgefunden, was ich meine. So viele Blogs von Fotografen lese ich mir durch, immer wieder und immer Neue, denke dann schön, aber trotzdem ist mir nichts im Gedächtnis geblieben. Sie sind trotz dem Blog distanziert, man schreibt von Hochzeiten und Workshops oder zeigt seine neueste Fotoserie, trotzdem fühle ich mich nur als Beobachter. Jeder hat eine "Über mich" Seite, trotzdem habe ich das Gefühl, ich kenne die Person nicht richtig. Nicht das was sie denkt, nicht wann sie einen richtigen Pechtag hatte, ich weiß nicht, ob jemand versteht was ich meine. Letztendlich versucht man immer alle Leute so viel zu erzählen wie möglich, bleibt aber trotzdem auf Distanz. Joana von odernichtoderdoch hatte es geschafft, sie hat ihre Leser mitgenommen in ihr unsicheres, chaotisches Leben und ihren Gedanken freien Lauf gelassen. Leider hat sie jetzt beschlossen nicht mehr in ihrem Blog zu schreiben, sie geht in ein neues Kapitel ihres Lebens, das hat mich schon ein wenig traurig gemacht, ich habe mich bei ihr mitgenommen und verstanden gefühlt. Trotzdem hat sie mich zum Nachdenken angeregt.
Ich möchte nicht mehr einfach nur ein paar Posts hochladen, wo ich vom Shooting erzähle, Bilder zeige und das wars. Es fühlt sich nicht richtig an, als würde ich jeden der das liest doch wieder ausstoßen. Ich möchte falls Kunden wirklich meinen Blog lesen, dass sie sehen ich bin auch nur ein 20 jähriges Mädchen, das irgendwann von der Fotografie leben möchte. Ich mag es nicht, wenn ich von den Menschen, die ich fotografiere als diese "professionelle Fotografin" angesehen werde. Seht mich als eine Freundin oder Mädchen an, das es liebt zu fotografieren, besonders Menschen und die wirklich einfach nur schöne Bilder macht, sodass ihr euch hoffentlich freut.

 

Ich bin offen und ehrlich, jeder fragt mich, was ich eigentlich gerade mache. Die Antwort ist: Nichts. Ich war nach meinem Abi in Neuseeland für ein halbes Jahr, Work & Travel. Das war umwerfend und danach kam aber nur ein einziges großes Loch. Ich habe mich hier nicht mehr wohlgefühlt, nicht ganz verstanden und war von allem gelangweilt. Dann kam aber das nächste Abenteuer, eigentlich hatte ich mir vorgenommen eine Ausbildung zu machen, natürlich als Fotografin. Ja, man konnte schon dieses Wort "eigentlich" lesen. Ich habe mich überall beworben, Hannover, Hamburg, Kiel, Berlin. Ich habe mir so viel Mühe gegeben bei meiner Bewerbung, ich saß ewig dran, aber komischerweise brauchte ich ewig, bis ich dann mal anfing. Ich konnte mich einfach nicht aufraffen. Es flogen dann überall Einladungen ein, ich wurde überall eingeladen und nur einmal wurde einfach nicht geantwortet. Man, war ich da stolz. Dann hieß es auf zu Bewerbungsgesprächen. Ich glaube ich war bei 5, oder 6 Gesprächen. Am besten gefielen mir dann Kiel und Hamburg. So weit weg von zu Hause. Ach nicht schlimm, dachte ich. Dann ging es los mit dem Praktikum für eine Woche erst einmal. In Hamburg musste ich dann über Airbnb noch eine Wohnung finden und los ging der Fotografen Alltag. Und es war furchtbar.

 

Wer hätte das gedacht? Es waren dort alle unglaublich nett und lieb und haben mir versucht so viel wie möglich zu zeigen, aber ich war innerlich todunglücklich. Ich habe 2 oder 3 Tage ausgehalten, dann habe ich abgebrochen. Das große Weltentdeckermädchen? Von dem war nichts mehr da, Hamburg absolut nicht mein Ding und die Ausbildung erst recht nicht mehr, ich kann euch nicht genau erklären, was es war, aber man merkt einfach, wenn es nicht passt und das war dort eindeutig. Ich hätte jeden Tag heulen können. Kiel stand noch auf dem Plan. Meine Eltern haben noch gut auf mich zugeredet aber im Inneren wusste ich, es lag nicht an Hamburg es lag einfach daran, dass die Ausbildung nichts für mich ist. Ich kann nicht so gut mit Befehlen umgehen, ich habe meinen eigenen Kopf, meinen eigenen Rhythmus, was das Arbeiten angeht und ich mag das Künstliche von Studios nicht. Es passte einfach absolut nicht. Geht es jemandem ähnlich, der sich damit identifizieren kann?

 

Tja und nun?
Erst mal das den Eltern beibringen. Die Alternative? Naja, Studium. Was Anderes bleibt einem nicht übrig. Es gibt ja nur diese zwei Möglichkeiten anscheinend, auch wenn ich immer gegen das Studieren war, noch einmal ewig wie in der Schule sitzen und lernen und nichts Praktisches? Aber was bleibt einem übrig? Erzählt und sich informiert und Schock bekommen, ich bin zu spät. Es hat sich alles so weit hingezogen und ich hätte noch Mappenvorbereitungen treffen müssen, dass ich zu spät war. Ich habe es gelesen und auch zu hören bekommen, aber wollte es nicht akzeptieren. Was soll ich denn dieses Jahr machen, etwa nichts? Nur weil ich anders bin, muss ich noch einmal ein Jahr rumkriegen? Ja. Verzweiflung pur und ein riesen großes, schwarzes Loch. Erzählt habe ich es nicht, ich wollte nicht jetzt schon den Stress und Druck von meinen Eltern zu spüren bekommen. Habe also im Sommer über im Restaurant gearbeitet und habe mich dort pudelwohl gefühlt, aber im Hinterkopf immer den Gedanken gehabt, scheiße, ich habe alles verkackt.

 

Auf Arbeit war es eine andere Welt, wo alles in Ordnung war, ich die Kollegen liebte und die Leute, die ich bediente, meistens. Aber sobald ich nach Hause kam? Wut, Trauer, Verzweiflung. Großes Fragezeichen, was sollte ich nur machen? Ich weiß es nicht. Ich war wütend auf alle, auf mich, auf die Gesellschaft, auf die blöden ganzen Unis, auf meine Eltern, die es bestimmt nicht verstehen würden und ganz, ganz tief in mir drin freute sich etwas, dass ich einfach genießen und arbeiten konnte und noch nicht auf eine Uni musste.
So kam es, wie es kommen musste, irgendwann fragte man halt nach, was ist denn jetzt eigentlich? Ja ähm .. nichts. Und wie ich es gewusst hatte, keine Verständnis. Ich machte dicht und verschloss mich, was bringen denn Erklärungen? Das Bild von der fleißigen Studierenden ist bereits geformt. Mehr Unverständnis, mehr Streit, jeden Tag, es war furchtbar. Neben meiner schon bestehenden Leere kam es noch dazu, dass mich keiner verstand und ich nur zu Sachen gezwungen werden sollte. Ein Jahr rumkriegen? Für die meisten ja eine pure Katastrophe und Weltzusammenbruch. Es ging von Anfang an des Jahres von einem tiefen Loch in ein noch viel Tieferes, wo ich dachte, das sei eigentlich nicht mehr möglich. Und Stress, es gab so viel Stress. Das Einzige was half, war Musik und mein Freund Pascal. Aber selbst das kann halt nicht alle Wunden heilen. Ich fühle mich seitdem eher taub, abgestumpft und endlos traurig, als wäre Traurigkeit zu einem ständigen Begleiter im Hintergrund geworden, der selbst wenn etwas tolles passiert, irgendwo hinten wartet.

 

 

Irgendwann endete eben auch die Saison im Restaurant, nun stand ich also da ohne Arbeit und vor allem ohne Ablenkung, das war das Einzige was mir geholfen hatte, Ablenkung und Verdrängung, das klappt doch immer gut, oder? Irgendetwas musste her, worauf ich mich konzentrieren konnte, natürlich war die Fotografie naheliegend. Wir meldeten ein Gewerbe an, erstellten diese Seite und ich durfte dann endlich offiziell werben und für Kunden fotografieren. Trotzdem blieb es erst einmal still, wie immer folgte auf dem Hoch, das Tief. Und ich musste mich immer zwingen etwas zu machen, obwohl Fotografieren meine Leidenschaft ist, ich brauche ewig um mich aufzuraffen, was auch nicht einfach ist. So langsam aber, kommen mehr Aufträge rein und ich bin froh darüber. Ich freue mich extrem, dass eine Familie sich bei mir fotografieren lassen will und eine Mama ihren Babybauch mir quasi anvertraut und alle machen fleißig Werbung für mich. Solche Sachen schätze ich wirklich wert, vor allem da ich mich keineswegs wie eine Fotografin fühle, eher wie ein unsicheres Mädchen, welches versucht irgendwo mal Halt zu finden und trotzdem versucht alles irgendwie zu meistern. Wie ein Mädchen, das alles mit sich selbst ausmacht und keinen belasten will mit Problemen. Diese Frage, was ich gerade mache, habe ich immer mit einem Lächeln abgetan "Ach weißt du Ausbildung ist doof und Uni mach ich dann nächstes Jahr." Scheint so einfach, aber jedes Mal wenn es gestellt wurde, hat es mir weh getan. Und abgesehen von dem Geschriebenen, gab es noch so viel mehr, wo mir einfach dieses Jahr zeigen wollte, dass es nicht meins sein will.  Und ich bin wahrhaft froh, wenn es rum ist, ich möchte nicht noch mehr schlechte Nachrichten bekommen, nicht in ein tieferes Loch fallen, denn ich habe das Gefühl, langsam habe ich den Grund erreicht. Ich werde 2017 neutral angehen, das Jahr hat mich zu sehr geschädigt, um mich auf etwas Neues zu freuen.

 

Nun wisst ihr also die Antwort auf die Frage, was mache ich eigentlich gerade? Nichts und irgendwie, für mich, doch zu viel. Und gleichzeitig habe ich alles komplett offen gelegt. Ich hoffe, dass sich vielleicht damit irgendjemand verstanden fühlt und denkt, so wie sie sich fühlt, fühle ich auch! Oder das denke ich auch! Dass ich nicht alleine bin, in einem totalen Chaos von Zukunft. Dass es doch eine andere Möglichkeit außer eben Ausbildung und Studium geben muss, wenn jemand eine Lösung hat, bitte verratet sie mir. Und vielleicht ist das, was ihr denkt, es sei genau das Richtige für euch, doch nicht das Richtige. Das passiert, aber lasst euch nicht unterkriegen, bleibt trotzdem irgendwie dran, denn ja das Leben ist hart manchmal, aber irgendwann wird es das alles bestimmt wert sein.
 

2 Kommentare

  • Caroline Kommentar-Link
    Caroline
    Friday, 09 December 2016
    Wow danke für deine lieben und motivierenden Worte Julia! ♥
  • Julia Kommentar-Link
    Julia
    Thursday, 08 December 2016
    Bleib bei deinen Träumen, geh 100% ALL IN. Bau dir eine Strategie, lese Bücher von Erfolgsgeschichten und Biographien, lass dich inspirieren und fang an so richtig loszuträumen. Finde heraus was dir immer wieder im Weg steht. Wichtig ist immer wieder aufzustehen und sich neu zu ordnen, jeden Tag ein Stück näher zurücken, auch wenn es langsam nur sehr langsam in die richtige Richtung geht. Bewege die Realität jeden tag mehr ein Stück in deine Richtung. Und erschaffe deinen Traum.

    Alles Liebe und viel Erfolg

    Julia

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