Freundschaften sind kompliziert

Freundschaft ist eine komplizierte Sache. Es beruht auf geben und nehmen, auf gegenseitges Kontakt halten, auf Gemeinsamkeiten und noch so viel mehr. Es ist schwierig, dass nichts in Ungleichgewicht fällt. Man manchmal nicht in Konfrontationen gerät. Es ist schwer eine Freundschaft zu pflegen, das habe ich oft genug erkannt. Und manchmal geht es leider auch nicht immer gut aus.

 

 

 

Ist es eigentlich möglich Freunde ein Leben lang zu haben? Manchmal mache ich mir darüber Gedanken. Einem wird immer gesagt, Schulfreundschaften halten nicht ewig, meistens hören sie nach der Schule auf. Pascal dagegen meint, er hörte das Gegenteil, Schulfreundschaften sind noch richtige Freundschaften, ist das so? Ich weiß nur zumindest, dass ich immer noch mit meinen Freunden aus der Schule befreundet bin. Eigentlich besteht fast mein ganzer Freundeskreis nur aus Schulfreundschaften und man glaubt gar nicht wie froh ich darüber bin, dass wir nach 2 Jahren, nach Schulabschluss es immer noch hinbekommen uns fast jede Woche oder zwei Wochen zu sehen. Ich wüsste auch nicht direkt, woher ich ansonsten auch auf einmal viele neue Freunde haben sollte, wenn ich noch in meiner Heimatstadt wohne und noch nicht so etwas wie Uni oder Ausbildung angefangen habe. Nur durch diese Menschenansammlung bildet man doch überhaupt erst so schnell neue Freundschaften. Ich hatte schon viele Gruppen, die dann auseinander brachen, weil es doch nicht so geklappt hat, wie man dachte, leider. Wir kennen uns alle seit der 7. Klasse, also schon viele Jahre und wir kennen auch unsere Angewohnheiten, was uns stört an dem Anderen, aber auch was wir zu schätzen wissen, trotzdem gibt es auch bei uns mal Streit. Jetzt ist die Frage, sind wir überhaupt dafür gemacht, die gleichen Freundschaften ein Leben lang zu haben?

 

 

 

Ich habe eine Freundin, die habe ich seit der ersten Klasse. Wir kennen uns also seit 14 Jahren und sind noch immer befreundet. Eine doch seltene Ausnahme bei mir. Meistens verändert man sich, gerade wenn man in die Pubertät kommt. Man macht Erfahrungen und sieht vielleicht Dinge anders, vielleicht entwickelt man sich auch einfach in komplett unterschiedliche Richtungen und es ist nicht mehr wie früher. Irgendwann hat man immer weniger Kontakt und es zerbricht. So ist das nun mal, man macht viel durch im Leben und passt sich dementsprechend an, es ist selten, dass Menschen immer gleich bleiben. Veränderung ist ja auch etwas gutes! Jedoch macht dies nicht jede Freundschaft mit. Deswegen frage ich mich, kann das gut gehen? Verschiedene Partner, Lebensorte, Ausbildungen, alles Sachen, die einen Menschen eben in gewisser Weise verändern. Schwer zu sagen. Genauso könnte ich das auch fragen, ob man immer denselben Partner haben kann sein Leben lang, dort habe ich komischerweise nicht solche Fragen. Vielleicht bleibt dies auch für immer unbeantwortet.

 

 

 

Auf jeden Fall habe ich mir darüber meine Gedanken gemacht, denn auf den Bildern ist Isa (blond), mit ihrer Cousine zu sehen. Isa und ich kennen uns ebenfalls schon seit der 1. Klasse, dann führten uns unsere Wege etwas unschön auseinander. Seit letztem Jahr haben wir wieder Kontakt und es ist wie früher. Das haben wir auch so gesagt, wir machen die gleichen Scherze, sprechen über gemeinsame Erinnerungen und lachen darüber. Wenn wir zusammen sind fühlt es sich auch wirklich so an wie früher, als wären wir nicht schon bereits 20. Wir haben beide zueinander gesagt, wir haben uns ja gar nicht verändert. Aber haben wir das nicht vielleicht doch, nur wenn wir zusammenstoßen verfallen wir wieder in unsere alten Muster? Das kann sein, aber es stört niemanden. Es ist schön zu wissen, dass man auch nach so einer langen Zeit sich wie früher behandeln kann, einfach als wäre nie etwas gewesen.

 

 

 

Das ist noch ein Punkt worüber ich nachdenke. Früher hat man vielleicht mit Freunden wochenlang nicht geredet, weil man sich nicht gesehen hat, keine Zeit hatte und ja sonst auch nicht den größten Kontakt haben konnte, so ganz ohne Handys. Muss man denn wirklich sich jeden Tag unterhalten und auf dem Laufenden halten? Ist das wirklich gut? Ich habe es gemerkt als wir aus Neuseeland kamen, ein halbes Jahr haben wir uns nicht gesehen und es war trotzdem so, als wären wir nur 2 Wochen weg gewesen. Bei einem aus unserer Gruppe ebenso, wir sehen ihn alle paar Monate mal und wenn er da ist, dann als wären ein paar Tage dazwischen gewesen. Das zeigt doch, dass Freundschaften stark genug sind, eine längere Zeit ohne Reden oder Schreiben auszukommen. Ist dieser tägliche Handykontakt wirklich so gut? Fühlt man sich da nicht auf einer gewissen Weise dazu verpflichtet regelmäßig zu schreiben? Und fühlt man sich dann schlecht wenn mal für eine Zeit nicht geschrieben wird? Alles Gedanken die mir in letzter Zeit durch den Kopf rasen. Ich sage es ja, Freundschaften sind kompliziert.
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